10 Fragen an Tattoomodel Sandy P.Peng

SANDY P.PENG
International tattoo model + animal rights activist from Austria.


Sandy, du bist eins der gefragtesten Tattoo-Models, warum?
Puuuuhhh.....schwierige Frage. Ich schätze mal ich hatte viel Glück und die Unterstützung einiger sehr guter Fotografen.
Zugegeben, anfangs investierte ich viel Zeit für Shootings. Beinahe jedes Wochenende bin ich gereist. Der Vorteil, ich hatte innert kurzer Zeit ein buntes und umfangreiches Portfolio.  Die ersten Veröffentlichungen folgten...

Meine Bilder werden jeden Monat in Magazinen rund um den Globus vorgestellt.  Innert der letzten rund 5-6  Jahre wurden es ca. 300 Veröffentlichungen, davon mehr als 30 Titelseiten weltweit. Werbeplakate vieler Tattoo Conventions, sowie Kampagnen in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Tierrechtsorganisationen. Ich sehe es aber absolut nicht als selbstverständlich und bin dankbar für jeden kleinen und großen Erfolg in den letzten Jahren.
Heute „shoote“ ich aus Zeitgründen, nur noch 1-2 Mal pro Monat. Mein Fokus liegt nun in erster Linie beim Thema Tierschutz.



Deine Proteste gegen die Pelzindustrie erregen viel Aufsehen, was ist dir so wichtig daran?
So ist es. Mit meinen Protesten und Kampagnen möchte ich Menschen wachrütteln und aufklären über die Hintergründe und grausamen Methoden der Pelzindustrie. Für kein anderes Modeprodukt wird so gnadenlos gefoltert und gemordet als wie für Pelz.

Tagtäglich leiden auf chinesischen Pelzfarmen Millionen Tiere. Zusammengepfercht auf engstem Raum, vegetieren sie bis zur Schlachtung vor sich hin. Bis sie erdrosselt, vergast, erschlagen oder abgestochen werden. Um das Fell nicht zu beschädigen, wird z.B. ein Stich in die Leiste gesetzt, um das Tier auszubluten. Manchmal ist es noch nicht tot, wenn die Häutung beginnt. Danach landet das Fell als Kunstpelz deklariert auf dem europäischen Markt, z.B. als Pelzbommel an Strickmützen.
Auch Hunde und Katzen sterben für die Pelzindustrie. Trotz des EU-Importverbots vom 1.1.2009 gelangen immer noch (bewusst falsch etikettierte) Hunde- und Katzenfelle nach Europa und werden z.B. als Kunstpelz verkauft. Dies wird aus Kostengründen so praktiziert, da selbst ein echtes Hundefell aus China billiger in der Produktion ist als ein gut gemachter Webpelz.
Weitere Infos zum Thema und unserer aktuellen Petition auf: www.kunstpelz-ist-echt.de und www.pelzfreies.de.


Du veröffentlichst jedes Jahr einen PENG-Kalender, wie und wo kann man den Kalender kaufen?
Meinen Kalender kann man über die Facebook- oder Webseite ordern. Ich spende jedes Jahr 50% der Einnahmen an das Vorarlberger Tierschutzheim.

Du hast sehr viele schöne Tattoos, wo lässt du sie machen und wann ist mal Schluss?
Danke. Ich habe Glück und sehr gute Tätowierer. Die meisten meiner Tattoos stammen von Fat Foogo Tattoo in Bregenz. Tätowierer Karsten Koch und Andy Haller. Das ein oder andere Motiv habe ich mir bei meinen Aufenthalten in New York von Shaun Topper (DaVinci Tattoo) stechen lassen.
Hm, keine Ahnung wann „Schluss“ ist. Meine Pausen zwischen den einzelnen Tattooterminen werden aber immer länger, und die Sitzungen umso älter ich werde immer schmerzhafter. Haha.... :D  Denke mal da kommt nicht mehr so viel dazu.

Was war bzw. ist dein größter Erfolg bisher?
Kann ich dir sagen: Erfolg ist für mich die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen für meine Projekte im Bereich Tierrecht interessieren. Beinhaltet aber auch viel Arbeit. Ich beantworte täglich ca. zwei Stunden lang Fragen von Usern via E-Mail und Facebook.

Wenn du dich in 20 Jahren siehst, was würdest du über Sandy P.Peng 2013 denken?
Soweit denke ich noch nicht. Ich benötige meine gesamte Energie für das „Hier und Jetzt“.

Wie wichtig ist dir die Marke Sandy P.Peng?
Social Media ist ja ein großer Punkt für dich. Du hast über 160.000 Fans.
Facebook ist für mich eine gute Plattform um meine Bilder, Projekte, Proteste  und wie du es nennst, die Marke „Sandy P.Peng“ zu publizieren. Ich halte mich aber sehr zurück wenn es um private Postings geht, selten gebe ich Näheres über mich, meine Gefühle und mein Privatleben preis. Der Fokus richtet sich ganz klar auf Resultate aus Shootings, Veröffentlichungen und Tierschutz.


Gibt es für dich das "perfekte Bild"?
Hmmmm.....eher nicht. Dazu sind die Möglichkeiten zu vielfältig. Es gibt tausend „perfekte Bilder“.

Kannst du den Models da draußen das Geheimnis deines Erfolgs verraten?
Werde ich immer wieder gefragt. „Wie wird man Tattoo-Model?“
Dazu gibt’s weder eine Anleitung noch ein Rezept.
Wenn dann funktioniert es nur mit Disziplin, guten Fotografen, viel Arbeit und einer Portion Glück. ;)

Zu guter Letzt:

Old School oder New School?
Both!

 

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Comments: 1
  • #1

    Daniel | Schlicht Photoart (Thursday, 03 July 2014 19:19)

    Tolles Interview. Sandy P. Peng ist schon eine Ikone unter den Tattoomodels dabei könnte ich mir vorstellen, dass sie privat auch ein toller Mensch ist, sie gibt denen eine Stimme, die keine eigene haben bzw. deren Sprache wir nicht verstehen.

    Sehr schönes Interview

    Viele Grüße Daniel