Bin ich Spachtler von Beruf?

Kennt ihr das? Ihr sitzt beim Hausarzt und blättert irgendwelche belanglosen Zeitschriften durch auf denen marklos schöne Menschen zu sehen sind! Ich beschäftige mich ja schon einige Zeit mit Fotografie und deren Retusche und analysiere immer wieder Fotos aus solchen Magazinen. Die Workshopwelt ist voll von Beispielen wie man eine Wachsfigur am Photoshop erzeugt und es ist ja nicht mal schwer! Es gibt zig Plugins und Filter die einem die Haut zuspachteln als gäbe es kein Morgen! Klar, Fotos, gerade von Models gehören retuschiert und auch ich übertreibe es manchmal gern, aber dann komme ich doch immer zu diesem Punkt wo ich mir denke... bin ich Spachtler von Beruf? Oft habe ich auch deswegen Diskussionen mit meinen Kunden die genau diesen Stil wollen, zugeschmiert  bis in die letzte Ritze, und es gibt dann noch tatsächlich Fotografen und Models denen das auch noch gefällt!
Ich bin der Meinung, die Mischung machts! Wer vom Licht setzten ein wenig Ahnung hat, kann sich schon einiges an Retusche sparen! Und wer die ganzen Tipps und Tricks der Photoshopgurus gezielt einsetzt, reduziert und dann kombiniert kann Ergebnisse erzielen die einem Vogue Titelblatt standhalten!
Deswegen werde ich eine Reihe von Tipps und Tricks zur realen Hautbearbeitung abseits von "Hardcorehautabpudern" online stellen (allein das Wort ist Porno). Im Prinzip ist es wichtig die Haut zu reinigen. Wer sich die Mühe macht und wirklich jeden Pickel, (Wimmerl, für die Österreicher unter uns) Hautunreinheiten und Farbflecken zu beseitigen wird erstaunt sein wie clean die Haut dann schon erscheint! Und das ohne jede Stuckadurarbeit! Nennen wir es mal salopp Clerasiltechnik!
Doge and Burn (sprich das anpassen der Tiefen und Lichter) ist auch ein wichtiger Bestandteil einer guten Retusche... (wir haben noch immer kein Moltofil angewendet)
Wichtig bei der Retusche sind vor allem die Problemstellen in einem Gesicht die andererseits den Charakter eines Menschen ausmachen und gerne weggebüglet werden. (wo wir bei den Barbypuppen sind) Tränensäcke, Lachfalten, Grübchen und Konsorten sind Bestandteil eines Gesichts und gehören da auch hin! Wer sie wegbügelt macht einen seelenlosen Zombie aus seinem Model! Sie gehören einfach liebevoll bearbeitet, abgeschwächt oder sogar verstärkt! Je nachdem, welches Ergebnis man erzielen will! Wichtig ist bei einem perfekten Portrait das man der Visagistin auf die Finger schaut! Krähenfüße und schiefe Make-ups sind ein Nogo und schwer zu korrigieren! Ja, und da ist dann noch das große Thema Haare! Die wenigsten legen Wert auf eine schöne Frisur! Leider macht die Frisur bis zu 50% der Fläche auf einem Portrait aus! Ich weiß, die wenigsten Arbeiten mit Stylisten und MUAS zusammen aber, es lohnt sich!

Lasst uns gemeinsam die Welt der Hochglanzmagazine betreten, denn Spachtler gibt es schon genug!

 

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Comments: 12
  • #1

    Hanna (Thursday, 04 April 2013 17:22)

    Sehr natürlich das Modell.
    Gefällt mir gut.
    Klasse Belichtung und Bildschnitt.
    Eine tolle Arbeit von euch.

    Gruß Hanna

  • #2

    Michael (Thursday, 04 April 2013 22:16)

    Hoppla, die Flecken sind ja gar nicht am Modell sondern auf meinem Bildschirm ;-)

  • #3

    erich latzelsberger (Friday, 05 April 2013 07:52)

    hast mir voll aus der seele gesprochen . . . .
    DANKE !!

  • #4

    Fotograf (Friday, 05 April 2013 16:06)

    Der Meister hat gesprochen.....

  • #5

    Alexandra (Friday, 05 April 2013 16:13)

    super geschrieben, du solltest Arktikel schreiben! Witzig und mit Biss! :-)

  • #6

    Marc (Friday, 05 April 2013 16:20)

    Hi Steff,
    ja da hasst du Recht. Leider wollen zuviele diesen makellosen Touch. Deine Bearbeitungstips waren aber schon immer super und gingen wie ich finde immer einen "natürlicheren" Weg, was die Bearbeitung angeht. Wichtig ist es wie du schon schreibst, die Unreinheiten wegzustempeln, das kostet eben etwas Zeit, verleiht aber schon deutlich bessere "Looks". Drüber Spachteln geht zwar schneller aber sieht eben scheisse aus. ;-)
    greetz nach Austria!!

  • #7

    Wolfgang (Friday, 05 April 2013 16:21)

    .....einfach auf dem Punkt gebracht! Wir sehen uns dann beim Workshop in Wien!

  • #8

    Rainer (Friday, 05 April 2013 16:37)

    wahre Worte, wahre Worte... *Daumen hoch*

  • #9

    ValentinW (Friday, 05 April 2013 16:41)

    -"- meine Worte. Sag ich schon seit Jahren, das Foto muß so gut wie fertig aus der Kamera kommen. Wer vorher etwas mehr in das Denken investiert hat schon die "halbe Miete" herinnen. Was nicht bedeutet, dass ich das so kann, aberes ist mein Ziel.

    Lieben Gruß
    Valentin

  • #10

    Kurt (Friday, 05 April 2013 18:37)

    Wahre Worte die du da schreibst und mit deinem Foto belegst. Der Weg und ein Vergleichsfotopaar wäre für die Meisten sehr nützlich-


  • #11

    Hannes (Saturday, 06 April 2013 21:02)

    Ja, der Meister kanns eben!

  • #12

    Polichronis Moutevelidis (Tuesday, 23 April 2013 15:39)

    Stefan, wir lernen auf dem Gebiet doch nie aus :) Außer wir gehen dann doch einen anderen Weg, dieser ist aber dann irgendwann zu Ende, wie die analoge Fotografie und nur noch einem kleinen Publikum gefällig. Wir selbst bieten High End Retuschen ja auch seit 8 Jahren an und können uns mit den Bildern immer sehr gut identifizieren, insofern das Gesamtbild dann noch natürlich ist. Aber auch, wenn man bei dem einen oder anderen Bild etwas übertreibt, bleibt die Summe doch trotz Dodge and Burn sehr natürlich :)