Barrierefrei im Querschnitt. Der Alltag eines Rollstuhlfotografen.

Des Fotografen Traum: Ein Großraumstudio, Broncolorköpfe samt Paraschirm. Ein tolles Hintergrundsystem mit vielen verschiedenen Farben, eine Hohlkehle, die man in den verschiedensten Farben streichen kann und ein toller Schminkplatz mit großem Spiegel. Das Ganze noch in einem stylishem Loft mit 3 Meter Raumhöhe!

Ein Traum für jeden Fotografen, der Horror für Menschen, die in einem Rollstuhl sitzen.


Barrierefrei heißt das Zauberwort, besser gesagt sollte es heißen. Wie der Alltag eines querschnittgelähmten Fotografen aussieht, erzählte mir DGKP Richard Schäfer der nach einem Autounfall selbst seit Jahren im Rollstuhl sitzt aber nicht aufgibt seinem Hobby der Fotografie nachzugehen.

Das Problem fängt bei der suche eines geeigneten Studios an. Die erste Fragen: Gibt es Stufen? Ist die Eingangstüre breit genug das ich mit meinem Rollstuhl durchkomme? Habe ich das geschafft, stehe ich vor dem nächsten Problem. Der Hintergrund. Wie zum Teufel kann ich den Papierhintergrund ändern, gut, einrollen geht noch aber jetzt den neuen Hintergrund ausrollen? Man entscheidet sich den vorhandenen Hintergrund zu nehmen. Stativ aufmachen, Blitzkopf nach unten Licht einstellen und hoffen das es jetzt passt. Ist das alles, mit etlichen Kompromissen; geschafft kann man anfangen zu fotografieren. Die ersten Bilder, wie schön! Man freut sich und hat die nächste Idee im Kopf. Umbauen? Eigentlich sollte man immer einen Assistenten in der Tasche haben der einen das erledigt, aber welcher Hobbyfotograf hat schon einen eigenen Assistenten? Man baut das Set mühevoll ein zweites Mal um und ist danach einfach nur mehr genervt und die Freude an seinem Hobby schwindet zunehmend!


Richard Schäfer hat eine Vision: Das barrierefreie Fotostudio, abgestimmt für Menschen mit Beeinträchtigungen! Sollte doch möglich sein? Ich glaube sogar das es diese Studios auch unbewusst gibt und eigentlich ist es nicht so utopisch. Studios auf Straßenniveau mit breitem Eingang. Deckenschienensysteme mit Verlängerung das man die Blitzköpfe runterziehen und verstellen kann. Toll wären überhaupt Blitzköpfe, die man per Fernbedienung steuern kann, was heute auch schon gang und gäbe ist. Hohlkehle mit neutralgrauer Farbe, die man hell und dunkel blitzen kann. Ideen gibt es genug.


Ich finde, dass dieses Projekt zu realisieren ist, und werde mit Richard Schäfer eng zusammenarbeiten. Auch möchte ich Workshops speziell für Fotografen die im Rollstuhl sitzen anbieten! Und wenn wir es schaffen das nur einer, der nach einem Unfall nicht nur seine Beine, sondern auch seine Hobbys und Perspektiven verloren hat wieder eine neue Herausforderung zu geben, so macht das Sinn!

 

Wenn jemand an diesem Projekt Interesse hat, egal ob mit Beieinträchtigung oder nicht, meldet euch! Wir würden uns über jede Unterstützung freuen. Spnsoren, Fachleute, Medien oder einfach Helping Hands. Alle sind willkommen!

 

Infos zu DGKP Richard j. Schäfer: www.kzqu.at

 

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Comments: 3
  • #1

    Biene (Monday, 21 May 2012)

    Arbeite seid 20 Jahren bei Assista, ca 120 Menschen mit Einschränkungen,bei Fragen oder Hilfestellungen einfach nur melden. Lg Biene

  • #2

    schnabler (Tuesday, 22 May 2012 11:21)

    finde ich großartig was du da machst!
    Wenn ich mal helfen soll einfach melden

  • #3

    Drazen Boric (Tuesday, 22 May 2012 11:33)

    Träume sind da um sie zu verwirklichen.... einfach mal durchklingeln und vorbeikommen. Die Grnezen enstehen im Kopf und nicht durch einen Rollstuhl ;-)

    Viele Grüße Drazen (ja, auch mit Rollstuhl unterwegs)