Berufsfotografie soll freies Gewerbe werden: Pressemitteilung der WKO

Berufsfotografie soll freies Gewerbe werden:

Das Berufsfotografengewerbe soll in Zukunft als freies Gewerbe angetreten werden können, womit einem Anliegen des Forderungspakets der Bundesländer zur Deregulierung entsprochen werden soll. Die Länder haben bereits im September 2010 den Bund aufgefordert, die Gewerbeordnung mit dem Ziel einer möglichst weitgehenden Deregulierung zu durchforsten und entsprechend zu ändern. Die Argumentation der Länder kann wie folgt zusammen gefasst werden: Für die Ausübung der analogen Fotografie waren bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse notwendig, um korrekt entwickelte Abzüge mit Hilfe von Chemikalien auf Fotopapier bringen zu können. Dies trifft auf die mittlerweile umfassend verbreitete Technologie der digitalen Fotografie nicht mehr zu. Die Herstellung von Bildern und ihre Verbreitung sind daher auch technisch nicht mit hohen Anforderungen verbunden. Eine Reglementierung des Berufsfotografengewerbes ist vor diesem Hintergrund nicht mehr rechtfertigbar. Mit dem Entfall der Reglementierung wird ein wertvoller Beitrag für die vermehrte Entscheidung in Richtung eines selbständigen Erwerbslebens geleistet. Nach Schätzungen ist davon auszugehen, dass bis zu 4.000 Personen dadurch den Weg in die Selbständigkeit eröffnet werden könnte.

Der Entwurf sieht vor, dass die bisherige Bestimmung in § 94 Z 20 (Reglementiertes Gewerbe Fotografen) ersatzlos gestrichen wird. Daraus folgt, dass in Zukunft für den Berufszugang kein Befähigungsnachweis mehr erbracht werden muss. Damit wird auch unmittelbar die Berufsfotografen-Verordnung außer Kraft treten. In der Vergangenheit ist es mehrfach zu in der Praxis schwierig zu lösenden Abgrenzungsfragen und gerichtsanhängigen Streitigkeiten zwischen Werbeagenturen und Werbegraphikern/Designern einerseits sowie den Berufsfotografen andererseits gekommen. Die Gewerbeordnungsnovelle 2012 schafft hier Klarheit und Rechtssicherheit. Mit Inkrafttreten können damit „Fotografie-Dienstleistungen“ unter den allgemeinen Voraussetzungen als Nebenrecht von Werbeunternehmen erbracht werden. Werbeagenturen und Werbegrafiker können dann auch einen zusätzlichen freien Gewerbeschein lösen, und ihre Servicepallette um Fotografie zu ergänzen.

 

Qelle:

WKO

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Comments: 5
  • #1

    Michael Weinwurm (Tuesday, 08 May 2012 11:48)

    Das ist keine offizielle Stellungnahme der WKO, sondern eine Stellungnahme des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation. Das dieser Fachverband dessen Mitglieder zu wenig Umsatz machen, weil eben sich jeder Agentur nennen kann, ob er es kann oder nicht, sich darüber freut vom Kuchen mit zu naschen ist logisch obwohl gerade in dieser Branche die Zahl der Mitgliedsbetriebe explodierte und heute nur noch wenige überlebten.
    Gerade die sollten aus Kammersicht vorsichtiger agieren. Ich bin nicht der Verhinderer, aber jetzt die nächste Branche gegen die Wand zu fahren ist fahrlässig.

  • #2

    Gerhard Reiter (Tuesday, 08 May 2012 12:00)

    Lieber Herr weinwurm,

    dann sollten sich die Profifotografen selbst an der Nase nehmen weil ihr seit selbst schuld mit eurer schlechten Qulität und überheblichkeit das es überhaupt soweit gekommen ist!. Ich bin kein fotgraf sonden entäschter Kunde und seit 2 Jahren lasse ich mir meine foto von amatueren machen. Nicht wegen dem Preiß sonden wegen der Qualität!

    Gerhard

  • #3

    manfred scheucher (Wednesday, 09 May 2012 15:35)

    lasst doch die menschen kreativ sein. ich kann es einfach nicht verstehen, warum man unter dem veralteten deckmantel "handwerk" kreative menschen noch immer hindert, zu fotografieren. der kunde ist doch mündig genug, anhand der arbeiten auf der website oder präsentationen zu entscheiden, welcher fotograf für ihn geeignet ist und was zu einem ergebnis führt. ich finde, es ist eine entmündigung der kunden, wenn ihm gewisse fotografen vorgesetzt werden, von denen er einen nehmen muss, auch wenn er nicht gut ist (aber dafür meisterfotograf ist - man schaue nur die web-präsentationen oder schaufenster an).

  • #4

    Alexander GREGOR (Wednesday, 09 May 2012 16:18)

    Ein kontroversielles Thema mit vielen Positionen.

    Auch von Fotografen: http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=dfyOfx2_1tE

    (gut, er ist Deutscher - aber er hat nicht unrecht)

  • #5

    Frank Buettenhauser (Saturday, 12 May 2012 17:43)

    Bei der Freigabe der Werbeagenturen dachte man, dass damit die Qualität steigt. Was ist passiert: die Preise sind gefallen, weil jeder glaubt, dass er was von Werbung versteht. Der Kunde weiß im vorhinein nicht nach welchen Kriterien er einen Werber auswählen soll. Er nimmt also vorsichtshalber einen der Billigsten, hat aber zu Recht hohe Ansprüche. Am Ende sind beide enttäuscht, dem Werber ist es zu aufwändig, der Kunde will dauernd noch besseres. FAzit: 75% der Werbeagenturen sind überarbeitete Einzelkämpfer, die sich mit Dumpingpreisen gegenseitig ruinieren. Gleiches wird den Fotografen passieren, denn die guten Fotografen werden entnervt das HAndtuch werfen und hoffen irgendwo angestellt zu werden ...